Das Kyritzer Bassewitzfest
Die Geschichte des Bassewitzfestes in Kyritz
Nachdem die Kyritzer Bürger den Ritter Kurt von Bassewitz besiegt hatten,
beschloss der Rat der Stadt Kyritz zum Gedächtnis dieses Tages, der die
Errettung der Stadt gebracht hatte, alljährlich am Montag nach Invocavit (Montag
nach Aschermittwoch) ein Lob - und Dankfest mit Gottesdienst und Austeilung
von Almosen, zu feiern, Und so ist das Bassewitzfest über 700 Jahre in Kyritz
gefeiert worden. Wie überliefert worden ist, soll früher die Stadt öfter beabsichtet
haben, die Feier einzustellen. Jedes Mal ist dann aber den Bürgern ein großes
Unglück, wie Großfeuer, Missernten, Pestepedimien usw. zugestoßen. Weshalb
die Tradition weitergeführt wurde.
Ursprünglich begann das Fest mit einem Gottesdienst. Am Ausgang der
St.Marien Kirche verteilten Bürgermeister und Ratsherren Rundstücke (große
Brötchen), die die Steine symbolisierten, die dem fliehenden Bassewitz 1371
nachgeworfen wurden. Arme Bürger erhielten Brot, Schulkinder kleine
Geldgeschenke. Nur an diesem Tag wurden auch die besonderen „Hedwecken“
gebacken, ein Weißgebäck mit Zuckerguss und Rosinen. Diese solten an die
Tochter des Bürgermeisters erinnern, die sich bei der Gefangennahme des
Bassewitz 1411 hervorgetan hat. Nach 1949 wollte die SED - Regierung das
„Bassewitzfest“ nicht alleine der Kirche überlassen und so regte man an, selbst
ein ideologisch angepasstes Fest mit einer Theateraufführung zu veranstalten. Der
Kyritzer Lehrer Will Anders schrieb daraufhin das Volksstück „Der Bassewitz
sinnt wieder Krieg“. Nach vielen, von den Behörden geforderten Änderungen
kam das Theaterstück beim ersten „Bassewitzfest“ 1955 endlich zur Aufführung.
Doch um sich von der kirchlichen Tradition abzugrenzen, feierte man das neue
Fest nicht wie üblich am Montag nach Invocavit, sondern verlegte es in den
Sommer. 1960 wurde das Theaterstück zum letzten Mal aufgeführt. und es
verschwand in der Versenkung, bis es 1987 zur 750 Jahrfeier der Stadt Kyritz
noch einmal - in stark zensierter Form - aufgeführt wurde. Die Wende kam und so
boten sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten. 1994 trafen sich ca. 100 Kyritzer
Bürger um die Tradition des „Bassewitzfestes“ mit Theateraufführung wieder neu
zu beleben. 1995 wurde dann das Volksfest wieder nach mehr 35 Jahren
durchgeführt und 1997 sahen dann zur 760 Jahrfeier der Stadt ca. 6 000
Zuschauer die Aufführung der „Kyritzer Knattermimen“ . Bis 2011 wurde nun
alle zwei Jahre das „Bassewitzfest“ sehr erfolgreich gefeiert.
Mit einer neu gewählten Stadtregierung, die sich für die Tradition leider nicht
begeistern konnte, starb diese zum Kummer der Kyritzer Bürger ab dem Jahr
2011 aus.
Die Darsteller des Kurt von Bassewitz
Willi Otte
1937
Walter Timm
1955 - 1960
Rainer Lewe
1987
Eckhard Kutzer
1995 - 2010
Thomas Reiche
2011 -
© Kyritzer Knatterrmimen e.V.
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